Bericht von der Israel-Fahrt 2017

Auch in diesem Jahr haben wir mit 25 Schülerinnen und Schülern Israel besucht. Dort haben wir in kurzer Zeit unglaublich viel erlebt und sehr viele emotionale Erfahrungen gemacht. Heilige Orte, beeindruckende Natur, Politik, Terrorismus, Krieg in Syrien, die Auseinandersetzung mit unserer schrecklichen Geschichte, Gastfreundschaft, Strand und Meer sorgten für ein unglaubliche Mischung an Eindrücken und Erfahrungen. Vielen Dank an Sascha Hellen und Markus Lamb, die uns wie immer kompetent begleitet und unser Programmn gestaltet haben.

Einen kurzen Eindruck erhalten Sie hier anhand unserer Tagesberichte.

27.03 Tag 1

Wegen einer Verspätung sind wir mit dem Flugzeug erst um 14:30 Uhr von Düsseldorf aus gestartet und ungefähr um 20:00 Uhr (Ortszeit) in Tel Aviv angekommen. Dann sind wir direkt mit einem Shuttle Bus nach Jerusalem gefahren. Dort waren wir im Paulushaus untergebracht. Noch am selben Abend waren wir auf dem Dach des Hauses, wo wir eine fantastische Aussicht auf das abendliche Jerusalem genossen und anschließend gingen wir in einem nahegelegenen Restaurant orientalisch essen.

28.03 Tag 2

Schon am frühen Morgen haben wir uns auf den Weg zur Klagemauer gemacht. Unser Weg startete am Damaskus Tor, eines der vielen bekannten Stadttore die zur Altstadt führen. Auf dem Weg durch die Altstadt zur Klagemauer liefen wir an der bekannten „Via Dolorosa“ vorbei. Dann sind wir an der Klagemauer angekommen und durften ein Gebet sprechen und einen Gebetszettel in die Wand hineinstecken. Danach ging es weiter zum Tempelberg. Davor mussten wir durch einige scharfe Sicherheitskontrollen. Als wir auf dem Tempelberg angekommen waren, hatten wir eine tolle Sicht auf den Felsendom und konnten Fotos machen und diesen Ort auf uns wirken lassen.

Danach ging es weiter zur Dormitio, einem deutschsprachigen Kloster in einer höher gelegenen Lage. Dort trafen wir einen Mönch, Bruder Nathanael, der uns viel über sein Leben in dem Kloster erzählte und auch bereit war, auf Fragen der Schüler zu antworten. Dann durften wir noch an einem Gottesdienst teilnehmen.Der Turm der Kirche war ziemlich hoch. Wir durften dort hinauf und eine wunderbare Aussicht genießen. Danach ging es weiter zur Grabeskirche, die sehr touristisch überlaufen war, aber doch auf viele sehr ergreifend wirkte.

Auf dem Weg zurück zum Paulushaus haben wir noch einen Stopp am Österreichischen Hospiz gemacht. Dort gab es ein Dach, mit wunderschönen Blick auf den Felsendom. Da wir gutes Wetter hatten, konnten wir von dort aus auch sehr weit sehen. Im Garten des Hospizes war es auch sehr schön und idyllisch. Dann war es aber auch schon abends und wir haben uns auf den Rückweg zum Paulushaus gemacht. Dort hatten wir noch ein bisschen Zeit zur Selbstgestaltung und dann nach dem Abendessen ging es ins Bett.

Von Alex, Ingmar und Gian Luca

 29.03.2017   Tag 3

Morgens fuhren wir wir von unserer Herberge, dem Paulus-Haus in Ost-Jerusalem,  in die Knesset. Unser  Tour-Guide zeigte uns die Knesset. Zuerst sahen wir wir einen Film über die Geschichte der Knesset und des Staates Israel. Danach gingen wir in den offiziellen Empfangsraum der Knesset. Dort bewunderten wir drei riesige Bilder von Marc Chagall, auf denen die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Staates Israel dargestellt waren.

Danach besichtigten wir den Plenarsaal des Parlaments. Dort sitzen 120 Abgeordneten. Der Sitz des Parlaments ist in Jerusalem. In Israel gilt bei Wahlen zur Knesset das Wahlrecht ab 18 Jahren und mit 21 Jahren darf man sich selbst zur Wahl stellen.

Von der  Knesset waren wir sehr beeindruckt. Es war faszinierend dies alles einmal gesehen zu haben. Als unsere Tour beendet war, machten wir (wie immer) ein Gruppenbild.

Nun fuhren wir mit dem Bus weiter nach Bethlehem in den palästinänsischen Teil Israels.

Als wir dort ankamen, konnten wir uns einen kurzen Eindruck über das bedrückende Leben hinter der Mauer machen. Die Mauer war sehr hoch und einschüchternd. Die Graffitis machten auf uns einen besonderen Eindruck, da sie das Leben der Leute in Palästina wieder gaben.

Danach fuhren wir zur Geburtskirche, wo wir sehr lange warten mussten, um den Geburtsort Jesus sehen zu dürfen, weil die Kirche sehr groß und total überlaufen war. In der eigentlichen Geburtskapelle sprechen wir ein Vaterunser. Nun hatten wir eine kurze Mittagspause in Bethlehem und nutzten die Zeit zum Essen.

Dann verließen wir die palästinensischen Gebiete und machten uns auf zum Toten Meer.Bei einem kurzen Zwischenstopp in der Wüste, genossen wir die wunderschöne Aussicht. Beduinen boten uns einen Rundritt auf einem Kamel an, aber es traute sich keiner. Am Toten Meer angekommen und durften wir dort 2 Stunden lang baden gehen und uns mit dem Schlamm einreiben.

Nachdem wir diese schönen Eindrücke an diesem Tag gesammelt haben, sind wir in unsere Bungalows in einem Kibbutz gefahren und haben uns dort eingerichtet.

 

Von: Marie L., Änne und Rinesa

 

30.3.2017 Tag 4

Am 4.Tag unserer Israelreise begaben wir uns aus der Wüste in einen Naturpark. Wir fuhren entlang des Toten Meeres, die Gegend dort schien sehr lebensfeindlich zu sein. Ees war heiß und trocken und das einzige Wasser war das Salzwasser des Toten Meeres.

Im En-Gedi Naturpark angekommen waren alle erst einmal verwirrt. Wir fragten uns alle wo denn hier ein Naturpark sei, da sich dort  nur wenig Bäume oder sonstiges Grün befand. So liefen wir also über Wüstenberge und konnten eine wunderschöne Aussicht auf die Wüstenlandschaft genießen .

Mitten in der lebensfeindlichen Wüste fand sich eine Oase. Bachläufe und Wasserfälle sorgten für eine drastische Änderung der Vegetation. Wir konnten sogar Murmeltiere sehen. Es war ziemlich warm, aber wir duschten uhnd badeten in den Wasserfällen.

Nach der langen Wanderung fuhren wir vom Toten Meer nach Tiberias zum See Genezareth. Die Landschaft veränderte sich dramatisch. Es wurde grün und freundlich. Nach zweieinhalb Stunden Busfahrt ging es auch sofort in die Kirche der Bergpredigt, in der Jesus seine berühmte Bergpredigt gehalten haben soll. Wir hörten die Seligpreisungen und konnten über Jesu Worte nachdenken.

Nach diesem Besuch fuhren wir direkt in unser Hotel. Abends ließen wir dann den Abend an der Promenade des See Genezareths ausklingen und gingen danach allmählich schlafen.

Von: Victoria Mamberger ,Marie Zorn und Kay Moritz Ebbinghaus

31.03.2017  Tag 5 

Nach dem Frühstück in Tiberias am See Genezareth brachen wir auf nach Tabgha.
Wir besichtigten die Kirche mit anliegendem Kloster in der Jesus sein Brot vermehrt haben soll. Die Führung durch die wunderschönen Gärten von Tabgha übernahm Bruder Jonas, ein benedektinischer Mönch aus Tabgha, der all unsere Fragen beantwortete und uns über sein Leben und seine Erfahrung als Mönch erzählte. Zudem klärte er uns über die Folgen des Wassermangels im See Genezareth auf.
Die Anlage am See Genezareth bietet außerdem einen zufluchts- und Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

Nach der Besichtigung der Brotvermehrungskirche fuhren wir hoch zu den Golanhöhen, die sich am 3 Staaten Punkt an den Grenzen zum Libanon, Syrien und Israel befinden. Von dort aus hatte man einen schönen Ausblick auf Syrien. Man konnte durch die dortige Bunker Anlage laufen und sich in die Situation der dort stationierten Soldaten versetzen, die nicht selten von den Bunkern Gebrauch nehmen müssen. Die Golanhöhen sind auch Taktisch sehr wichtig, da sie den Israelis den Überblick über den Libanon und Syrien ermöglichen.
Auf dem Berg trafen wir Soldaten der UN (United Nation).

Anschließend sind wir zurück nach Tiberias gefahren und sind im See Genezareth schwimmen gegangen. Später am Abend sind wir noch an die Promenade gelaufen und haben uns einen schönen Abend gemacht.

geschrieben von Franziska, Laura und Christian

01.04.  Tag 6

Von Tiberias fuhren wir nach Akko. Dort sahen wir die beeindruckenden Stadtmauern der Stadt am Mittelmeer. Wir liefen durch den Basar, dort gab es alle möglichen Fischsorten, in Fleischereien hingen halbe Lämmer, es gab Gewürze, Kaffee, Süßigkeiten und Gebäck, Früchte und vieles mehr.

Dann fuhren wir nach Haifa und besichtigten ein Heiligtum der Bahai’i. Es gabe eine wunderbare Aussicht.

Dann kamen wir in Tel Aviv an und bezogen unser Hotel direkt am Strand. Am späten Nachmittag liefen wir von Tel Aviv nach Jaffa. Der bekannte Magier Uri Geller verbog für uns Gabeln und motivierte uns nie zu rauchen.  Bei Markus, unserem Begleiter, hielt die Motivation nur bis zur nächsten Straßenecke.

2.4.2017 Tag 7     Yad Vashem

Wir furhren am Sonntag, dem 2.4  2.4 von Tel Aviv nach Jerusalem zur in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem.

Die Israelis nennen den Holocaust ,,Shoah“. Innerhalb der Gedenkstätte wurde erklärt wie der Holocaust ablief.

Der Holocaust in Deutschland fing so an, dass die Juden zunächst scheinbar ,,harmlos“ ausgegrenzt wurden, indem sie bei der Arbeitssuche benachteiligt wurden und aus Arbeitsverhältnissen entfernt wurden.  Juden wurden für all das Böse verantwortlich gemacht, weil man einen Sündenbock z.B. für Armut, Arbeitslosigkeit usw. brauchte. Schon Kinder wurde in Form von Brettspielen beigebracht, dass der Jude das ,,Böse“ sei und vertrieben werden muss.

Zudem wurden später Juden aus Häusern vertrieben, weil die Vermieter der Einstellung waren, dass die Juden Unheil bringen. Dadurch entstanden Judenviertel. Das Viertel wurde von einer Mauer umrundet und wurde immer kleiner, weil alle Juden nach und nach in KZ’s transportiert wurden. Die Ghettos waren sehr schmutzig, es wurde das Wasser abgeschaltet und die Lebensmittelversogung war sehr schlecht. Zudem mussten sehr viele Juden auf kleinem Raum leben, weil Hitler ein ‚judenreines‘ Deutschland schaffen wollte.

Zudem wurden mehrere Millionen Juden in KZ’s gebracht wo sie gefoltert wurden, mit ihnen Versuche gemacht  und wo sie getötet wurden. Nur wenige Juden überlebten die Folter, die Versuche oder die systematische Vernichtung in den KZ’s. Es sind über 6 Millionen Juden in Folge des Holocausts gestorben. In Yad Vashem wurde auch gezeigt wie es in einem KZ aussah, indem man z.B. alte Videoaufnahmen gezeigt bekommt.

Zudem konnte man viele Zettel lesen welche von KZ Opfern die gerade per Zug zu einem KZ transportiert wurden, geschrieben wurden und dann aus diesem Zug geworfen wurden.

Oft haben diese Opfer nicht an sich selbst gedacht sondern an ihre Familie, während sie diese Zettel geschrieben haben. Die Bilder waren sehr schockierend und haben einen bleibenden Eindruck bei uns allen hinterlassen. Der Holocaust war in  Yad Vashem besonders nah und nicht so weit weg wie im Geschichtsunterricht.

3.4.17 Tag der Rückfahrt

An unserem letzten Tag haben wir noch ein wenig  Tel Aviv vom Bus aus betrachtet. Dann mussten wir aber relativ schnell zum Flughafen. Wir hatten einen guten und sicheren Heimflug und kamen erst spät abends in Düsseldorf an, wo wir unseren Eltern viel von unserem Israelaustausch erzählen konnten.

 

 

zur Vorbereitung: Hoher Besuch in der Israel-AG der HvK

Israel-AGIm Rahmen der Israel AG hatten die 25 Israelfahrer/innen die Möglichkeit dem SPD-Politiker und ehemaligen deutschen Botschafter in Israel, Rudolf Dreßler, einige Fragen zu stellen.

Die Schüler und Schülerinnen stellten viele interessante Fragen, wie zum Beispiel, was Rudolf Dreßler motivierte, sich so für Israel zu engagieren. Sein Vater sei es gewesen, antwortete der 76-jährige, welcher ihm schon immer interessante Geschichten über Israel erzählte.

Auf die Frage, was er einst in einem Interview mit der Befürwortung einer Internationalisierung Jerusalems meinte, klärte er ein Missverständnis auf. Ein Zeitungsverlag habe ohne sein Einverständnis einen Artikel verfasst, welcher nicht ganz der Wahrheit entsprach.

Wie er sich einen möglichen Frieden in Israel vorstelle, beantwortete er mit der Zweistaatenlösung, welche die einzige Möglichkeit sei, Israel den Frieden zu bringen. Seiner Meinung nach sei die ‚Zweistaatenlösung‘ mit der heutigen Regierung Israels aber leider nicht zu vereinbaren und daher sehr unwahrscheinlich.

Die Frage, was er vom Selbstverständnis Israels als „jüdischem“ Staat halte, beantwortete er schlichtweg mit der Tatsache, dass die Zahl der Juden im Land sinke, so dass sich der „jüdische“ Staat in seinem Verständnis selbst hinterfragen müsse, damit es zu keiner Apartheid komme, wie es zum Beispiel in Südafrika der Fall war.

Andere Schüler interessierten sich für das Ansehen von Deutschen in Israel.

Rudolf Dreßler antwortete, dass er während seiner gesamten Zeit als Botschafter in Israel nie ein schlechtes Wort über Deutsche oder gar eine Form der Diskriminierung mitbekommen habe. Im Gegenteil, Deutsche seien sehr willkommen und gerade bei israelischen Jugendlichen entwickele sich der Trend in Deutschland, besonders in Großstädten wie Berlin, zu studieren oder sogar dauerhaft dort zu leben.

Die Sicherheitsbedenken einiger Schüler beruhigte er sofort. Er er selbst denke, dass es zum Beispiel in Frankfurt um einiges gefährlicher sei als in Israel, und sollten wir in Israel Gefahr erleben,könnten wir ihm schreiben und er würde persönlich nochmal zu uns kommen.

Im Namen aller Mitfahrenden danken wir Rudolf Dreßler für seinen Besuch, die ausführliche und ehrliche Beantwortung unserer Fragen und seine genommene Zeit.

Wir danken auch Sascha Hellen und Markus Lamb, die diesen Besuch organisiert haben.

Nun freuen wir uns, am 28. März nach Israel starten zu können.

Laura Heidemeier, Franziska Koch (9c)